Stockholm-Tagebuch 4

Stockholm-Tagebuch 4

Was brachte der dritte Probentag. Kurz gesagt natürlich die ersten 10 Starter im zweiten Halbfinale. Den Anfang machte das rot-weiß-rote Lettland mit einer stimmlich und optisch überzeugenden Darbietung. Eine gute Endplatzierung im Finale ist hier nicht unwahrscheinlich. Polen bietet dann die klassische, dramatische und streichergetragene Eurovisionsballade. Auffällig ist hier nicht nur seine wallende Lockenpracht, ob der so manche Frau neidisch ist, sondern auch seine markanten Augen. Wenn er sich im Halbfinale dann noch anständig kleidet, sollte auch er eine realistische Finalchance. Für die Schweiz schaut es trotz blauer (angeblich ein sog. Zürichseeblau) Frisur sehr, sehr schwer werden. Aus Israel kommt die große Diva. Der offen schwule Sänger Hovi hat als Vorbild Dana International und will sich mit seiner Teilnahme für die Schwulenrechte einsetzen. Der Weißrusse wollte ja eigentlich nackt mit einem Wolf auf die Stockholmer Bühne. Die EBU sah das aber anders, so ist beides anfangs nur kurz virtuell zu sehen. Mit einem anderen Blickfang hört das Lied dann auf, einem in Windeln daherwackelndem Baby. Serbien bietet im Grunde den typischen Balkanbrummer in Molitva-Choreograhie, nur das leider auf Englisch gesungen wird.

Irland bietet den wohl international bekanntesten Sänger des Jahres auf, immerhin kann Nicky Byrne als Westlife-Mitglied schon auf beachtliche Erfolge zurückbleiben. Mit so einem Star ist Irland im Grunde zum Finale verpflichtet. Stimmlich ist übrigens live besser, als uns prophezeit wurde. Mazedonien ist einfach Kaliopi, die dazu erkoren wurde, die Eurovisionsehre FYROMs zu retten. Stimmlich ist sie grandios, während über die Finaltauglichkeit hier die Meinungen sehr divergieren. Die vorletzte Probe des Tages absolvierte Litauen. Donny Montell, der ebenso wie Kaliopi schon 2012 dabei gewesen ist, ist seither sichtlich gereift, hat seinen markanten Blick nicht verloren. Statt eines einarmigen Handstandes legt er diesmal einen Salto vom Trampolin aus auf die Bühne. Den Probentag beendete Down Under. Die Favoritin auf den Halbfinalsieg absolviert den ersten Teil des Liedes auf einem schwarz-glitzerndem Podest, liegend und sitzend. Eine ernsthafte Konkurrenz des russischen Sieges stellt sie aber nach aktueller Meinungslage nicht dar.

Morgen wird dann die erste Probenrunde beendet werden. Da Rumänien nicht teilnehmen darf, stehen also noch acht Halbfinalisten aus.

Mai 4, 2016 Posted by: