Tagebuch aus Baku von Stefan Ball

Tagebuch aus Baku von Stefan Ball

 

23.5.2012: Fuer Trackshittaz und Oesterreich war gestern im Halbfinale leider Endstation. Nach einer Woche Pressezentrum und Proben war das Ergebnis aber nicht wirklich ueberraschend. Im Verlauf der Probenwochen wurden die Chancen unserer Vertreter zwar immer hoeher eingeschaetzt, aber mehr als ein Wackelkandidat war Woki mit deim Popi auch nicht. Fuer Manuel nahm der Abend auch noch einen anderen unschoenen Ausgang. Ausgerechnet waehrend des Live-Auftritts machte sein Knie nicht mehr mit und er verlies die Arena im Rollstuhl. Morgen Donnerstag wird er dann aus Baku abfliegen. Lukas wird aber wohl noch bis zum Finale hier bleiben. Die groesste Ueberraschung unter den Finalisten bildete Ungarn, die in der Halle aber auch sehr umjubelt wurden. Hier wurden die Chancen der Schweiz und Israels hoeher eingeschaetzt, deren Ausscheiden hier viele bedauern. Fuer uns Nichteinheimische war es alle eine riesen Ueberraschung welchen Jubelsturm das Pausenprogramm ausloeste. Die Truppe scheint hier sehr beliebt zu sein.Heute habe ich einmal einen Rundgang durch die Stadt unternommen und bin am Strand promeniert. Dabei kommt man an einem Gebaeude, in dem laut Touristenplan ein Eurovisionsmuseum untergebracht ist. Das Museum entpuppte sich als eine Wand, an der zwei zum einen der lange Weg Aserbaischans von der ersten Teilnahem 2008 bis zum endlich langersehten ersten Sieg dargestellt ist. Dazu sind auch die Kleider von Safura und AySel ausgestellt. Auf der anderen Seite waren alle Jahr und Austragunsorte mit Siegeritel und Interpreten mit Fotos dargestellt. Die Laender wurden nicht aufgefuehrt und die Jahreslogos teilweise nicht. Dazu lagen noch ein paar Fundstuecke aus der Fanrestekiste herum. Nicht weit weg ist das Eurovillage aufgebaut, das hauptsaechlich aus Staenden der Sponsoren bestand. Dazu eine Buehne. Eurovision-Musik lieg gerade nicht, aber die Besucher schienen beim Karaoke einen heiden Spass gehabt zu haben.Danach stand noch die erste Generalprobe des zweiten Halbfinals an. Gesanglich gaben noch nicht alle Vollgas. Hier gab es aber technische Probleme. Weissrussland konnte erst im zweiten Anlauf starten, da der Countdown nicht funktionierte und ein paar andere technische Probleme tauchten auch noch auf. Die Praesentation wich nicht grossartig vom ersten Abend ab. Im Pausenprogramm wird es ein Widersehen mit den Siegern der letzten 5 Jahre geben.

22.5.2012: Gestern gingen die ersten zwei Generalproben ueber die Buehne und heute abend (18:00 Ortszeit) die dritte. Wichtig war die zweite, die um 24:00 begann. Ueber diese gaben die Juries ihr Urteil ab und somit steht schon das halbe Ergebnis des ersten Halbfinales fest. Da gestern organisatorisch einiges zu erledigen war und nicht zur 18Uhr-Probe konnte habe ich mir dieses Jury-Semifinal mal angeschaut.Vorher ins Pressezentrum zu gelangen erwies sich aber als aeusserst schwierig. Aus Sicherheitsgruenden haben die Aseris praktisch alle Wege rund um die Halle und das Pressezentrum abgesperrt. Auch zwei Mitglieder der oessterreichischen Delegation standen mit mir vor den Absperrungen und zusammen mit einem Mitarbeiter, der verzweifelt versuchte uns irgendwie in das Pressezentrum zu bringen wurden wir rund um die Halle chauffiert. Am Ende fanden wir den Eingang. Seither und bis jetzt ist das Problem auch nicht mehr aufgetreten. Hoffentlich bleibt es dabei.Im Showablauf sind keine Probleme aufgefallen. Ausser ausgerechnet bei Woki mit deim Popo. Die Lichttechnik beim dritten Kleid ist wieder ausgefallen. Ansonsten waeren die Lichteffekte schon wirkungsvoll. Auf das Urteil der Juries duerfte das aber keinen Einfluss gehabt haben.Ungewoehnlich fand ich, dass die Kuenstler bereits im Green Room auf das Ende der Probe warteten. Vielleicht muessen sie ja auch ueben, in den Kostuemen eine gefuehlte Ewigkeit zu sitzen. Vielbeschaeftigt waren auch die Brueckenklapper. Von der Buehne gelangen die Kuenstler ueber einen Zickzacklaufsteg zum Green Room. Nur die Iren wurden auf ihrem mobile Brunnen hinter die Buehne gezogen und sassen dann im Bademantel auf ihrem Sofa. Wieder zurueck zum Laufsteg. An einer Stelle wird jedesmal eine kleine dreiteilige Bruecke erst hoch- und dann wieder zugeklappt. In Duesseldorf gab es noch eine Schiebebruecke von der Buehne. Insgesamt ist einfach interessant, was man in der Halle an Kleinigkeiten mitbekommt, z.B. das bei Israel ein Kameramann hinter dem Schlagzeug am Boden kauert oder wie riesig sich Valentina aus San Marino nach dem Auftritt gefreut hat. Darueber zu spekulieren, wer nun zu den gluecklichen 10 Finalisten gehoert ist nun muessig zu diskutieren. Grossen anklang in der spaerlich besuchten Halle fanden aber Island, Albanien, Moldau, Irland und natuerlich Russland.Heute war dann endlich einmal Zeit etwas vom Baku ausserhalb des Pressezentrums zu sehen. 4 Stunden dauerte die Tour im offenen Doppeldecker, vorbei an den beeindruckenden Gebaeuden der Stadt, die eine einzige riesige Baustelle ist. Ueberall wachsen hier die Hochhaeuser in den Himmel. Und manches Gebaeude an prominenter Stelle, das noch nicht fertig ist wurde schnell noch mit einer Blendfassade aufgehuebscht.In wenigen Stunden ist es dann soweit, das erste Halbfinale geht ueber die Buehne. Halb Europa schaut also gebannt zu. Mit Ausnahme von Albanien. Dort ereignete sich gestern ein schweres Busunglueck mit mehreren Todesopfern. Die EBU stimmte daher zu das Halbfinale erst zeitversetzt senden und auf das Televoting verzichten zu duerfen.Laut Ted im Pressezentrum – der natuerlich nur ein verzerrtes Ergebnis je nach nationaler Zusammensetzung der  Journalisten dartellt – kommen Griechenland, Rumaenien, Russland, Island, Zypern, Irland, Daenemark, Moldau, die Schweiz und Albanien ins Finale. Oesterreich steht hier nur auf Platz 13. Ganz am Ende steht nach San Marino nur noch Montenegro. Auf jeden Fall druecken wir Trackshittaz alle Daumen und freuen uns auf eine hoffentlich gelungene Show.

20.5.2012: Gestern begannen die Proben der  BIG5 und des Gastgebers Aserbaidschan. Roman Lob aus Deutschland wirkte sehr natuerlich. Der franzoesische Auftritt ist zu gewollt. Da koennen auch die muskuloesen Oberkoerper der Taenzer nicht von der surrealen Inszenierung ablenken. Italien probierte verschiedenste Choreographien durch, war aber immer mehr als ueberzeugend, lieferte talellose Proben und setzt sich allmaehlich als Hauptfavoritin durch. Aserbaidschan blieb etwas farblos. Spanien dagegen ist grossartig. Die Frau hat Stimme und Praesenz. Fuer sie ist keine Buehne oder Arena zu gross. Und Engelbert Humperdick fuehlt sich ohnehin auf jeder Buehne zu Hause. Nach einer 60jaehrigen Musikkarriere kann ihm keiner was vormachen und diese Sicherheit merkt man ihm auch an.Am Abend war dann der offizielle Begruessungsempfang im Euroclub, der allerdings etwas merkwuerdig ablief. Die Delegationen marschierten in alphabetischer Reihenfolge auf einem roten Teppich ein, die letzten mussten aber mitunter stundenlang im Bus auf dem Parkplatz warten. Die Norwegerin hatte aus Erfahrung vorsichtshalber schon mal Getraenke im Bus deponiert. Austria hatte das Glueck gleich an zweiter Stelle reingehen zu duerfen, ganz in Dirndl und Lederhosen. Innen war es dann immer ein Gluecksspiel, ob man die Getraenk kostenlos erhielt oder zahlen musste; das kam ganz auf den Barkeeper an. Beim Essen war es nicht anders. Viele Delegationen zahlten dafuer. Vereinzelt wurden Haeppchen durch laufende Kellner serviert, die Teller waren aber im Nu leergeraeumt. Ueber dem Kaspischen Meer wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Alle viertel Stunde 1, 2 Boeller. Eine Begruessungsrede wurde auch vermisst. Baku und Aserbaidschan haben hier eine Chance vertan hier einen glaenzenden Eindruck zu hinterlassen. Statt dessen hatte alles einen konfusen Touch. Und wie jedes Jahr lenkten einige Kuenstler durch ihr Outfit die Aufmerksamkeit auf sich. Das irische habe ich leider nicht gesehen. Aber dafuer life jemand unbekanntes als Conquita Wurst umher. Zum Bart trug er haarige Beine und ein selbstgehaeckeltes Netzteil.Auf etwas Unverstaendnis stiess der Ausschluss eines DJs vom Musikpult. Angefangen hat es damit, dass er einmal den armenischen Beitrag Apricot Stone gespielt hatte, woraufhin die Verantwortlichen erklaerten, dass armenische Musik hier drin verboten ist. Was danach noch abgelaufen ist, dass es letztendlich zu dem Ausschluss gekommen ist, weiss ich nicht. Aber man koennte eigentlich erwarten, dass die Aseris hier einmal ueber ihren Schatten springen und – im Grunde harmlose – Lieder aus dem Nachbarland dulden koennten. Umgekehrt waere es in Armenien wohl genauso abgelaufen. Diese gegenseitige voellige Inakzeptanz ist fuer uns in Mitteleuropa aber auch trotz des “Kriegszustandes” nicht nachvollziehbar. Unabhaengig davon: die groessten Partykracher dieses Jahr kommen aus Moldawien und Zypern.Heute gab es bei den Proben nichts besonders nenneswertes. Dass die erste Probe erst mit rund 40 Minuten Verspaetung anfing, verwundete eigentlich niemanden wirklich. Grund war heute die Probe fuer das Pausenprogramm des ersten Halbfinals. Ob das kurzfristig angesetzt wurde? Nur die norwegische Pressekonferenz sollte vielleicht erwaehnt werden. Die Konferenz erhielt auch eine politische Note. Zum einen war ein Journalist des iranischen Fernsehens anwesend. Zum anderen wurde Tooji nach seinem Armband gefragt. Auf dem steht Free Iran geschrieben. Fuer Tooji ist es selbstverstaendlich, dieses Bekenntnis offen darzustellen. Seine Eltern haetten einst den Iran verlassen, damit er und seine Geschwister in einem Land aufwachsen koennen, in dem es Rede- und Meinungsfreiheit gibt und die Menschenrechte geachtet werden. Angesichts des Gastgeberlandes durchaus eine mutige Aussage. Und dass die iranische Presse diese Aussage weiterverbreitet bezweifele ich auch.Langsam muss ich mich aber auf den Weg machen. Ralph Siegel gibt heute ein Dinner anlaesslich seines 20sten Eurovisionsbeitrages und seiner 40jaehrigen Eurovisionsgeschichte. 1972 nahm er erstmal an einer deutschen Vorentscheidung teil. Und ich habe eine Einladung bekommen.

18.5.2012: Bevor es mit heutigen Probenmarathon begann, sorgten die Hackerattacken auf Eurovisionsseiten fuer Aufregung. Betroffen war jetzt auch die offizielle aserbaidschanische Seite eurovision.az; die Seite ist aber wieder online. Die EBU gab in der Angelegenheit sogar eine offizielle Erklaerung ab. Geruechteweise sollen die Hintermaenner der Attacken aus dem Iran kommen und sie haben schon Auswirkungen auf die aserbaidschanisch-iranischen Beziehungen (mehr unter http://blog.prinz.de/grand-prix/hacker-ebu/#more-58508).Aber dann nahm der Probenalltag wieder die ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Die Russinnen begeisterten auch die Neuankoemmlinge und verteilten im Anschluss Plinis, die nicht schlecht schmeckten. Die Iren haben jetzt einen Springbrunnen auf der Buehne stehen, was sich optisch gar nicht schlecht macht. Auf der Pressekonferenz, die ich leider nicht ganz miterleben konnte, sorgten sie wieder erwartungsgemaess fuer eine Menge Spass, damit beginnend, dass sie als Kaugummiautomaten verkleidet einliefen. Kaliopi aus Makedonien ist einfach klasse und nur sympatisch und sprach bei der Pressekonferenz aus deutsch, was sie besser als englisch beherrscht, und zwar ausgerechnet zu einem Makedonier. Bei der Ukraine gab es erstmals nackte Haut auf der Buehne zu sehen, zumindest waren die Hemden der Taenzer offen. Der weissrussische Saenger begnuegt sich mit nackten Oberarmen, was auch sehr gut ausschaut. Aber der Arme wirkt immer so angespannt und nervoes, als ob er Angst haette irgendetwas falsch zu machen oder zu sagen. Hoffentlich kann er ausserhalb der Halle und des Pressezentrum abschalten.Aber am interessantestem: wie verlief die zweite oesterreichische Probe? jedenfalls erheblich besser als die Erste. Die Choreographie sitzt jetzt auch. Die LED-Technik funktionierte Gott sei dank, zumindest weitgehend. Die Lichteffekte waren dann auch sichtbar und kamen auf der Leinwand anscheinend gut rueber. Trackshittaz waren dann ueber die technischen Fortschritte auch sichtlich erleichtert und im Halbfinale soll es noch besser werden. Die Neonshow wie bei der Vorentscheidung ist aus Sicherheitsgruenden nicht moeglich, da das Licht dafuer zu lange ausgeschalten werden muesste. Auf einen Lichteffekt wollten die beiden aber auf keinen Fall verzichten. Daher die anfaellige LED-Lichter. Ueblicherweise spielen sie ja auf kleineren Buehnen und koennen dort ihre Energie ins Publikum transportieren und mit ihm kommunizieren. Ob das hier in Baku auch geht, koennen sie noch nicht sagen, da sie bisher nur vor leeren Stuehlen in der Arena probten.Trackshittaz begannen die Pressekonferenz uebrigens mit einer musikalischen Einlage auf einer selbstgemachten Teufelsgeise, die aus dem Familienbesitz von Manuel stammt.

17.5.2012: Heute begann der zweite Probendurchgang für das zweite Halbfinale. Die jeweilige Probezeit ist dabei etwas kürzer, dafür sind auch 13 statt 9 Proben angesetzt. Großartige Änderungen gab es bei den Auftritten nicht, außer dass einige jetzt bereits ihr Bühnenoutfit anhatten. Rambo Amadeus hüllt sich jetzt anfangs in einen Guildo-Horn-Gedächtnismantel und insgesamt beweißt sich, dass blau die Farbe des Jahres ist. Island gab ein nettes Kurzkonzert und sangen u.a. voller Begeisterung den isländischen Eurovisionsevergreen Nina (1991). Musizieren wurde auch zum wichtigen Bestandteil fast aller Pressekonferenzen; die meisten Fragen waren ja bereits in der ersten Runde gestellt. Für mich lüftete sich das Geheimnis um das Baby im Kinderwagen, das hin und wieder durch das Pressezentrum geschoben wird. Es ist das Kind der Keyboarderin und offizielles Mitglied der israelischen Delegation, das wohl Jüngste aller Zeiten. Finnland singt ja bekanntlich auf Schwedisch, weil die Sängerin Finnlandschwedin ist. Ausgerechnet ein Mitglied des schwedischen Fernsehens bedankte sich dann dafür, dass die schöne schwedische Sprache beim Song Contest wieder einmal zu hören ist.Zwischendurch kam die Nachricht rein, dass die Homepage esctoday verschwunden ist. Grund ist ein Hacker, der den Inhalt der Seite gelöscht hat, weil die Seite mit dem Grand Prix eine Schwulenveranstaltung unterstützt. Hoffentlich bleibt das die einzige davon betroffene Internetseite.Morgen steht dann die zweite Probe für Österreich an. Hoffentlich funktioniert die Technik dann.

 

16.5.2012: Gestern und heute gingen die Proben für das zweite Halbfinale über die Bühne. Die Interpreten aus Serbien und Makedonien zeigten sich als echte Vollprofis und machten nichts falsch. In der weißrussischen Delegation fand ich Alexandros Panayi, der dort Gesangslehrer (Vocal-Coach) ist. Er grüßte mich und meine Laptopnachbarn gleich herzlich, da er uns vom diesjährigen Clubtreffen in München noch kannte.  Sehr gut kam auch der portugiesische Fado aus der Feder des Kroaten Andrej Babic rueber. Fuer Senhora do mar war er 2008 ebenfalls verantwortlich und damit sorgte Portugal für jede Menge Furore, vielleicht ein gutes Omen. Joan aus den Niederlanden erhielt ebenfalls gute Kritik. Ihr Federschmuck gibt ihr ein Gefühl von Freiheit und außerdem erinnert es sie an ihre erste Kinderliebe Frank, mit dem sie immer Cowboy und Indianer gespielt hat.
Die unterhaltsamste Pressekonferenz lieferte die Ukraine. Die fidele Gaidana lachte unentwegt und hatte uns beste ukrainische Schokolade mitgebracht. Sie versicherte den Damen, dass sie mit einem 67%-igen Kakaoanteil auch bestimmt nicht dick mache. Wir haben sie daher guten Gewissens gegessen. Was dieses Jahr besonders auffällt, es stehen in den unterschiedlichsten Varianten viele Geschwisterpaare auf der Bühne: Malta, Irland, Finnland, Weißrussland und Schweiz. Auch der Probenzeitplan wurde wieder durcheinandergewirbelt. Die Spidercam hatte sich verfangen, weshalb eine längere Zwangspause eingelegt wurde.
Heute morgen erwarteten uns mehrere neue Stolperfallen. Rund um die Halle wurden bewegliche Schweinwerfer aufgestellt, die den Bakuer Nachthimmel zusätzlich illuminieren. Sollten hier demnaechst vermehrt UFO-Sichtungen gemeldet werden, könnte es daran liegen. Aber die notwendigen Stromkabel liegen teilweise genau auf dem Weg zwischen Pressezentrum und Halle. Die Crystall Hall nähert sich auch der Vollendung. Die Fussbodenleisten sind inzwischen angebracht, die Kabel im Gang angeschlossen und die Souvenirstände sind schon hergerichtet – zumindest das Verkaufsfenster.
Bei den Proben sorgte vor allem Schweden für Furore. Die einen buchen schon ihre Unterkunft für Stockholm 2013, die anderen halten sich die Ohren zu. Slowenien präsentierte sich sehr gut. Eine ehemalige Teilnehmerin war auch bei den Georgiern in der Delegation, nämlich Sopho (2007), die das beste Englisch bei der georgischen Pressekonferenz sprach, die eigentlich in einem russisch-georgische-englischen Sprachwirrwarr unterging. Der routinierte Georgier erwies sich als allzu selbstüberzeugt, während für die Neuentdeckung Can Bonomo aus der Türkei noch alles sehr aufregend ist. Der wurde heute übrigens 25. Morgen hat Ott Lepland aus Estland Geburtstag. Dessen Probe war mein persönliches Highlight des Tages. Gänsehautlied! Für Unterhaltung sorgte dagegen
der iranische Schöenling Tooji aus Norwegen. Er blendete nicht nur mit seinem  strahlend weißen Lächeln, sondern versuchte auch  mit der Presse einen Flashmop zu veranstalten und uns seine Tanzschritte einzutrichtern.

 

14.5.2012: Der zweite Tag im Pressezentrum begann wieder nicht wie geplant. Die erste Probe (Israel) musste unterbrochen werden, da es wegen kabelloser Geräte in der Halle zu Problemen mit den In-Ear-Microphons gab und sich die Sänger nicht oder nur mit einem Hintergrundgeräusch hörten. Bei der zweiten Probe (San Marino) tauchte das Problem wieder auf, bis die Technik dann auf Bodenboxen umstellte. Danach verzögerte sich wieder alles um einige Zeit. Auf der San Marinesischen Pressekonferenz konnte sich Komponist Ralph Siegel dann wieder als treues Urgestein Highlight des Tages war die russische Probe und man muss sagen, die russischen Omas machen ihre Sache wirklich gut. Auf der Bühne haben Sie sogar noch einen Backofen stehen, in den sie anfangs ein Tablett reinschieben und am Ende fertig gebacken rausziehen. So eine Oma bäckt halt mal so nebenbei.

Für uns aber weitaus interessanter: die erste Probe von Trackshittaz. Und leider ist die Show nicht wieder zu erkennen und hat jeglichen Pep verloren. Das Neonfarben-Dunkelbühnenlichtspiel fällt aus, angeblich ist das in der Crystall Hall technisch nicht möglich. Und mit dem Hintern wird auch nicht wirklich viel. Dafür stehen fünf Tanzstangen herum, an denen sich die drei Mädels und auch die beiden Burschen fleißig räkeln. Auf der Pressekonferenz wurde dann gleich sofort zugegeben, dass die Lichteffekte aus technischen Gründen nicht funktionierten. Morgen soll das Problem aber hoffentlich gelöst werden. Und sie wollen auch wie die Weltmeister mit allen verfügbaren Hintern wackeln, heute haben Sie das oft vergessen, da sie sich erst mit der Bühne vertraut machen mussten. Für Furore sorgten sie bei der Pressekonferenz einen Plastikbulldog ausgepackt haben. Ob’s der gleiche wie bei der Vorentscheidung 2011 war? Dann hoffen wir mal, dass die nächste Probe besser verläuft. Den Abschluss bildete die irische Pressekonferenz, die erwartungsgemäß kurzweilig ablief. Die beiden kamen als Popcornbecher verkleidet eingelaufen und blubberten dann vor sich. Und: ihre Mentorin Linda Martin war auch dabei. Nach Elena Patroclou (Zypern 1991) schon die zweite ehemalige Teilnehmerin, die sich hier blicken lässt. Und ich hab mit beiden ein Foto!

Negativschlagzeilen abseits des Song Contests wurden dagegen heute in der Innenstadt produziert, wo (unangemeldete) oppositionelle Proteste durch die Polizei gewaltsam aufgelöst wurden.

Der zweite Tag im Pressezentrum begann wieder nicht wie geplant. Die erste Probe (Israel) musste unterbrochen werden, da es wegen kabelloser Geräte in der Halle zu Problemen mit den In-Ear-Microphons gab und sich die Sänger nicht oder nur mit einem Hintergrundgeräusch hörten. Bei der zweiten Probe (San Marino) tauchte das Problem wieder auf, bis die Technik dann auf Bodenboxen umstellte. Danach verzögerte sich wieder alles um einige Zeit. Auf der San Marinesischen Pressekonferenz konnte sich Komponist Ralph Siegel dann wieder als treues Urgestein Highlight des Tages war die russische Probe und man muss sagen, die russischen Omas machen ihre Sache wirklich gut. Auf der Bühne haben Sie sogar noch einen Backofen stehen, in den sie anfangs ein Tablett reinschieben und am Ende fertig gebacken rausziehen. So eine Oma bäckt halt mal so nebenbei.

Für uns aber weitaus interessanter: die erste Probe von Trackshittaz. Und leider ist die Show nicht wieder zu erkennen und hat jeglichen Pep verloren. Das Neonfarben-Dunkelbühnenlichtspiel fällt aus, angeblich ist das in der Crystall Hall technisch nicht möglich. Und mit dem Hintern wird auch nicht wirklich viel. Dafür stehen fünf Tanzstangen herum, an denen sich die drei Mädels und auch die beiden Burschen fleißig räkeln. Auf der Pressekonferenz wurde dann gleich sofort zugegeben, dass die Lichteffekte aus technischen Gründen nicht funktionierten. Morgen soll das Problem aber hoffentlich gelöst werden. Und sie wollen auch wie die Weltmeister mit allen verfügbaren Hintern wackeln, heute haben Sie das oft vergessen, da sie sich erst mit der Bühne vertraut machen mussten. Für Furore sorgten sie bei der Pressekonferenz einen Plastikbulldog ausgepackt haben. Ob’s der gleiche wie bei der Vorentscheidung 2011 war? Dann hoffen wir mal, dass die nächste Probe besser verläuft. Den Abschluss bildete die irische Pressekonferenz, die erwartungsgemäß kurzweilig ablief. Die beiden kamen als Popcornbecher verkleidet eingelaufen und blubberten dann vor sich. Und: ihre Mentorin Linda Martin war auch dabei. Nach Elena Patroclou (Zypern 1991) schon die zweite ehemalige Teilnehmerin, die sich hier blicken lässt. Und ich hab mit beiden ein Foto!

 

13.5.2012: Erster Tag in Baku, gestern Abend bin ich zusammen mit der schweizer Delegation in Baku gelandet. Dort am Flughafen sammelte sich sofort ein Heer von freiwilligen Helfern um einen, halfen bei der unkomplizierten Visaprozedur und zogen einem die Koffer zu den Eurovisionstaxis. Weniger koordiniert lief es heute morgen bei der Eröffnung des Pressezentrums. Keiner wusste wohin man gehen musste, da das ganze Areal eigentlich noch eine Baustelle ist und der Zugang noch nicht fertig gepflastert ist. Da zeitgleich auch noch ein Radrennen auf der Zufahrt zur Halle stattfand kamen nicht nur einige Journalisten zu spät, sondern auch die Mitarbeiter. Die erste Probe konnte so erst mit über einer Stunde Verspätung beginnen. Seither läuft es einigermaßen, außer, dass die Liveübertragung aus der Halle ins Pressezentrum noch nicht stabil ist.  Der Sicherheitsdienst wurde auch erst noch eingewiesen, wer wo lang laufen darf und wo nicht kontrolliert werden muss. Auch in der Halle wird noch weitergearbeitet. Man wird das Gefühl nicht los, die Arbeiter bei Ihrer Arbeit zu stören.Schließlich müssen die Kabel, die im Flur noch von der Decke hängen noch irgendwie irgendwo angeschlossen werden. In einer Woche schaut das bestimmt schon um einiges fertiger aus. Laut einem Augenzeugen soll auch 1993 in Millstreet noch während der Proben gehämmert und gebohrt worden sein. Und dort  haben sie letztendlich ja auch eine schöne Show auf Sendung gebracht. Morgen probt dann Österreich, da werde ich wieder berichten. Herzliche Gruesse aus Baku, Euer Stefan

Mai 23, 2012 Posted by: