Tagebuch Malmoe / 1.u.2. Teil

Tagebuch Malmoe / 1.u.2. Teil

 

 

 

Hej Østrig,

wenn euch das Ø für Schwedisch seltsam vorkommt, habt ihr recht. Das liegt aber daran, dass – nachdem wir am Montag am Nachbartisch von Eric Saade zu Abend gespeist hatten – ich die gestrigen Proben geschwänzt habe und über die Öresundbrücke nach Kopenhagen gefahren bin. Ich habe mal getestet, ob mir die Stadt nächstes Jahr als Gastgeberstadt genehm wäre. Um es vorwegzunehmen, die Stadt hat den Test bestanden, auch wenn die Bierpreise ähnlich hoch wie hier in Schweden sind. Aber das haben wir in Helsinki und Oslo ja auch überstanden. Erstmal war ich ja wieder von der Bahnhofshalle erstaunt, die wie eine Wikingerhalle mit Kronleuchtern wirkt. Und wenn man aus dem Bahnhof rauskommt steht man praktisch gegenüber dem Tivoli-Freizeitpark mit dem Tivolis Koncertsal. Dort drinnen ersang Udo Jürgens ja 1964 einen hervorragenden 6. Platz und begann seinen eurovisionären Siegeszug. Wegen einer hohen Mauer sieht man den Saal aber leider nicht. Die Stadt selber ist sehr lebendig und von Wasserwegen durchzogen. Auf dem Weg zur Kleinen Meerjungfrau bin ich bei der Palastwachenablösung vorbeigekommen und zum Parken Stadion habe ich es auch geschafft. Damals 2001 war Österreich aber leider nicht für den Song Contest qualifiziert.

Heute Mittwoch sitze ich aber wieder in dem improvisierten Pressezentrum im Slagthuset und beocbachte das Geschehen. San Marino hat für Begeisterung gesorgt, während Mazedonien für geteilte Meinungen. Der männliche Gesangspart wird nun auf Englisch gesungen, ihre Stimme wird, anders als im Previewvideo, nicht mehr elektronisch verzerrt und der Chor ist nicht mehr so präsent. Die finnische Probe habe ich versäumt, das Outfit sorgte aber für Diskussionen. Bulgarien versucht das Erfolgskonzept aus Helsinki. Also viel Getrommel, viele Vokale und dafür wenig Text und wenig Melodie. Mit Water kann Samo Shampioni qualitative aber nicht mithalten. Bei Malta ging der Pepp aus dem Video leider verloren, aber Aserbaidschan bietet eine unaaufwändife, aber beeeindruckende Bühnenshow. Die werden bestimmt wieder eine Spitzenplatzierung erreichen. Aber was auch hier wieder auffiel. 2013 scheint das Jahr der nicht groß gewachsenen Bühnenkünstler zu sein. Es scheint als ob es männlichen Interpreten verboten ist die 1,7m-Hürde zu überspringen und die Frauen sollten besser noch kleiner sein. Dafür haben die Schweden eine Interviewmoderatoren engagiert, die alle Teilnehmer um eine Kopflänge überragt. Solange aber die Stimme groß ist, ist das ja egal und im Fernsehen sieht man das eh nicht.

Der Tag geht zwar noch ein bisschen weiter, mein Bericht endet aber schon mal hier.

Liebe Grüße aus Malmö,

Euer Stefan

 

God dog Österrike!

Gestern bin ich nach mehreren Stunden im Zug (u.a. im Nachtzug Wien-Hamburg) in Malmö angekommen. Die Stadt ist derzeit die Schmetterlingszentrale Europas. Überall in der Stadt sind die Tierchen angebracht, auch auf den Statuen ehemaliger Könige. Heute am Montag war es soweit. Der erste Probentag hat begonnen und allen voran Österreich. Die erste der beiden Probenrunden kann dieses Jahr nicht live in der Halle verfolgt werden, sondern wird in ein Kino im (ehemaligen) Schlachthof, dem heurigen Euroclub, übertragen. Der österreichische Beitrag sorgt sicher dafür, dass der diesjährige Song Contest gleich mit Drive beginnt. Natália kam souverän und selbstsicher rüber. Das Bühnenbild ist überwiegend blau und anfangs hängen noch in weiß ausgeleuchtet Stalaktiten von der Decke. Im Anschluss gibt es dann keine klassische Pressekonferenz, sondern im Euroclub ein sogenanntes Meet & Greet. Es gibt ein Fotoshooting und dann an Stehtischen Blitzinterviews. Es ist also alles etwas zwangloser. Und auch hierbei war Natália locker und arbeitete charmant die Journaille ab. Ich konnte ihr dann von OGAE Austria noch beste Grüße ausrichten, worüber Sie sich sehr freute. Eines haben die Gastgeber aber wohl übersehen. Auch die selbst mitgebrachten Laptops und Notebooks müssen nach ein paar Stunden wieder aufgeladen warden, so dass sich die Meute inzwischen an die Wände verteilt haben, u.a. auch neben die Toiletteneingänge oder Kautabakautomaten. Das ganze erschwert zwar leicht die Berichterstattung, entwickelt aber inzwischen einen eigenen Charme. Das waren jetzt mal meine ersten Eindrücke aus Malmö.

Euer Stefan

Mai 6, 2013 Posted by: