Tagebuch Malmoe 3.Teil

 

 

Viele der Laenderproben sind abgeschlossen, und soeben sind die Proben der Big 5 und von Schweden im Gange.

Viele der Fans und Journalisten, ja fast alle, sind nach Kopenhagen geflogen, dann ueber die beeindruckende Oeresundbruecke und schon ist man in Malmoe gelandet.
Die Stadt, in der Groesse vergleichbar mit Graz, ist ueberschaubar, besticht durch eine kleine aber schoene Altstadt und die Eurovision ist auch im Zentrum der Stadt (“Gamla staden”) sehr praesent. Gestern gab Charlotte Perrelli in der Innenstadt (“Gustav Adolf Torg”) ein Konzert fuer die Malmoer. Dass sie dabei hochschwanger auf der Buehne rumturnt, wurde von allen mit einem riesigen Beifall bedacht.

Nun zur Halle und zum Pressezentrum. Das erste was sich jeder ESC-Erprobte denkt, ist Folgendes:
Oh mein Gott, ist diese Halle klein!!!!!!!!!

Tatsaechlich ist die Halle die kleinste seit Kiew 2005. Das schwedische Fernsehen argumentiert, dass es bewusst den Bewerb nicht noch groesser machen wollte. Der ESC soll wieder intim sein, und das wurde auch geschafft. Dass die Finaltickets innerhalb von 2 bis 3 Minuten ausverkauft waren, wird durchaus auch nicht kritisch gesehen.
Irgendwie hat die Halle durch die rote Bestuhlung ein bisschen was von einem ueberdimensionalen Theater oder sogar einem Kino.
Die Buehne passt sich der Halle an und ist ebenfalls nicht gross gehalten (siehe Foto), womit der Interpret ein wenig in den Mittelpunkt rueckt.

In den naechsten Newslettern werde ich euch die einzelnen Beitraege genauer vorstellen.

Heute folgen erst mal die Big 5:

FRANKREICH
Amandine Bourgeois ist sicherlich nicht zum Favoritenkreis zu zaehlen. Die erste Minute steht sie still auf der Buehne, und auch das hektische “Rumgehample” gegen Ende des Liedes hilft auch nicht weiter. Ausserdem ist sie wieder ein Fall von mit-den-Fingern-in- die-Steckdose gegriffen. Von Franzoesinnen ist man definitiv anderes gewohnt, aber vielleicht verbessert sie ja ihren optischen Auftritt. Keine Favorit!

ITALIEN
Eine Eros Ramazotti-Nummer par excellence. Marco Mengoni, sicher einer der attraktivsten Saenger des Jahres, drueckt mit seiner Herzschmerzballade “Essenziale”, dem San Remo Sieger 2013 kraeftig auf die Traenendruese und singt sich in den erweiterten Favoritenkreis. Es ist nur zu hoffen, dass im Falle, dass er nicht gewinnt, Italien fuer die naechsten Jahre nicht wieder beleidigt aus der Eurovision aussteigt.
Marco steht ganz allein auf der Buehne. Das wird man heuer nur noch beim zypriotischen Beitrag sehen. Hut ab vor so viel Mut.

SPANIEN
Eine der belanglosesten Nummern des heurigen Jahres. Die Gruppe ESDM mit der ueberaus rassigen und huebschen Frontfrau kann heuer nicht mal einen Blumentopf gewinnen. Schade, aus Spanien wuerde man sich mehr erwarten, ueberhaupt auf Grund der Tatsache, dass die Spanier Grand-Prix-verrueckt sind.

VEREINIGTES KOENIGREICH
Bonnie Tyler, sicher einer der arriviertesten KuenstlerInnen des heurigen Jahrgangs (“It s a heartache”), besticht durch Buehnenpraesenz und sie ist – noch immer – sehr gut bei Stimme. … und Bonnie verlaesst sich auch darauf, Buehnenshow gibt es fast keine. Der englische Beitrag wird von vielen als sehr unterschiedlich bewertet. Manche glauben an ein Spitzenresultat, manche sind ueberzeugt, dass es ein boeses Ende nehmen koennte (siehe Engelbert letztes Jahr). Wir werden sehen.

DEUTSCHLAND
Sehr grosses Medieninteresse herrschte auf der deutschen Pressekonferenz von Cascada und eines ist zu sagen: Deutschland singt sich in den Favoritenkreis und ist international sehr gut angekommen. Die Kostuemwahl der Frontsaengerin Natalie Horler ist viel, viel besser als die total missglueckte Wahl im Vorentscheid, als sie sich in eine zu enge Korsage “presste”.
Auch wenn man das Lied nicht mag, es muss neidlos anerkannt werden, dass die Deutschen wieder gute Arbeit abliefern. Es ist nur zu hoffen, dass Natalie nicht wirklich von der Showtreppe faellt, sie scheint auf ihren High Heels nicht ganz sicher zu stehen und braucht etwas Nachhilfe (von mir).

SCHWEDEN
Schweden ist nicht im engsten Favoritenkreis zu finden, ABER es waere durchaus denkbar hier eine Ueberraschung zu erleben. Aehnlich wie die Frontfrau Cascadas scheint auch Robin Stjernberg seit dem Melodifestivalen abgenommen zu haben. In weissen Anzuegen und mit perfekter stimmlicher Leistung (die Nummer ist extrem schwer zu singen) sind die Schweden wieder mit einer wuerdigen Nachfolgenummer vertreten. Man kann gespannt sein, wo man am Ende landen wird.

Und nun zu OESTERREICH:
Vom oesterreichischen Beitrag wird so gut wie NICHT gesprochen. Niemand stoesst sich an unserem Beitrag, aber es gibt auch kaum Leute hier, die meinen ,das Lied waere toll. Eines muss man Natalia Kelly aber lassen. Sie hat fehlerlos gesungen, aber sie scheint mit dem Lied einfach unterfordert zu sein. Sie kann definitiv mehr als das Lied “Shine” zulaesst. Schade. Dennoch druecken viele Beobachter Natalia die Daumen, dass es mit dem Finaleinzug klappt, da ihre tolle Stimme und ihr sympathisches Auftreten viele neue Freunde gefunden hat.
Natalia konnte aber ihr Talent schon unter Beweis stellen, indem sie eine hervorragende Coverversion in a capella von “Can t wait until tonight” (Matz Mutzke, 2004) zum besten gab. Die Pressekonferenz war mit an die 60 Personen mittelmaessig besetzt.  Sehr viele Fragen wurden ueber ihre brasilianische Herkunft gestellt und es fiel auf, dass Natalia in bestem Englisch antwortete, auch wenn sie die Fragen oft ausweichend bzw. ungenau beantwortete.

Schauen wir mal, was passiert.

Hier die aktuellen Rankings aller Buchmacher zusammengefasst:

1. Daenemark
2. Norwegen
3. Ukraine
4. Russland
5. Aserbaidschan

So, das war es mal, heute findet noch der grosse Empfang in der Oper von Malmoe statt.

Mai 12, 2013 Posted by: